Lager-Melk



Geplante Stollengröße:
60 000-75 000 m²

Geplante Stollen:
10 Hauptstollen (A-J)
23 Querstollen

Ausgeführte Stollen:
1. Ebene:
7 Hauptstollen (A-G)
15 Querstollen
2. Ebene
1 Hauptstollen (H)
angefangene Querstollen

Baubeginn: Frühjahr 1944

KZ-Häftlinge: ca. 15 000

Alleine im KZ Melk/Quarz B9
grauenvoll ums Leben
gekommen:

ca. 5 000 KZ-Häftlinge

Höhe der Stollen:
1,5 m bis 12 m
je nach Ausbaustufe

Länge der Stollen:
ca. 200 bis 600 m

"Melk, ein Lager in Oberdonau"

"Wie wir in Melk ankamen, waren wir vollständig erschöpft. "Raus! Alles raus! Antreten zu Fünfen! Einhaken!" Wir mussten uns bei dem anderen einhenkeln, dann hieß es: "Das Ganze marsch!" Das alles ging nicht ohne Brüllen und Schlagen ab. Nun liefen wir vom Bahnhof durch den Ort Melk an der Oberdonau. Es lag viel Schnee und es war sehr kalt. Als wir den Berg heraufliefen, konnten wir von oben die Donau sehen. Ich suchte mit den Blicken das Lager. Auf diesem Marsch wurde nur geschlagen und gebrüllt: "Aufgehen, aufgehen!"

Nach einem halbstündigen Marsch kamen wir in eine Kaserne. Am linken Gebäude stand: Freiherr von Birago - Pionierkaserne. Jetzt sahen wir das Eingangstor vom Lager. Wir marschierten hinein und mussten gleich auf dem Appellplatz Aufstellung nehmen.

Vor dem Tor sagte mir ein SS-Mann: "Gib mir deine Schuhe..." Er wollte meine Filzstiefel, die ich unterm Arm trug, die ich bei dem Durcheinander noch gerettet hatte... "Drinnen werden sie dir sowieso abgenommen." Ich gab sie ihm nicht.

Viele Stunden standen wir in der Kälte auf dem Appellplatz und wurden dann in die einzelnen Blocks eingeteilt. Ich kam in eine Autogarage. In dieser Garage war es sehr kalt. Wir lagen auf Zementboden, auf nassem Stroh ohne Decken. Die Nacht über konnte ich vor Kälte nicht schlafen. Die Schuhe und alle Kleider hatte ich angelassen, da mir die Häftlinge vorher gesagt hatten: "Wenn du dich ausziehst, brauchst du dich früh nicht mehr anzuziehen, den hier mausen (stehlen) sie alles." Das hatte ich mir schon dedacht, als wir einmarschiert waren, denn alle Häftlinge waren vollständig zerlumpt und abgerissen. Ich unterhielt mich abends mit den Häftlingen und fragte, wie es hier im Lager sei. Man sagte mir: "Monatelang haben wir schon keine Wäsche und Kleidung bekommen, Schuhe werden überhaupt nicht getauscht. Na du wirst schon sehen...""

BERICHT DES ZEITZEUGEN WALTER SAMMET aus Meißen.

Zeitzeugen Quelle: Tatsachen klagen an! Berichte der Überlebenden. Herausgegeben vom Rat der Stadt Dresden: Soziale Fürsorge Kommunale Hilfsstelle: Opfer des Faschismus.
Herausgabe 1946. S. 14.

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